Longevity Auf der Suche nach dem Jungbrunnen
Ein Elixier für ewiges Leben gibt es noch nicht. Trotzdem konnte die Menschheit die Chance, älter als 65 Jahre alt zu werden, in den letzten 200 Jahren weltweit fast verdoppeln. Umso relevanter wird es für uns, gesund zu altern. Die Frage, die sich heutzutage also immer mehr Menschen stellen, ist nicht so sehr, wie alt man wird, sondern wie man alt wird. Fakt ist: Wir müssen alle irgendwann sterben. Bis dahin haben wir durchaus Einfluss darauf, wie wir die Zeit bis zum Ableben verbringen. Eine Reihe wissenschaftlicher und technologischer Durchbrüche seit den 1990er-Jahren ermöglichte tiefere Einblicke in die Ursachen des Alterns, aus denen man erstmals die Werkzeuge an die Hand bekam, um den Alterungsprozess zu messen. Einst ging man davon aus, dass die Gene zu 80 Prozent für unsere Lebenserwartung verantwortlich sind. Inzwischen zeigen neuere Studien, dass dies nur zu 10 bis 30 Prozent der Fall ist. Unsere Umwelt und unser Lebensstil haben einen mindestens ebenso grossen Einfluss darauf, wie schnell unser Körper altert.
Physisch und kognitiv fit
Ein gesunder Lebensstil bedeutet vor allem gesunde Ernährung, viel Bewegung, kein Tabakkonsum, wenig Alkohol und ein gutes soziales Netzwerk. Diese Faktoren sind den meisten Menschen geläufig. Einen jedoch völlig neuen Einflussfaktor für ein langes Leben haben jüngst Forschende der Harvard T.H. Chan School of Public Health entdeckt: Dankbarkeit. Für ihre Studie, die im Sommer letzten Jahres im Fachmagazin «Jama Psychiatry» veröffentlicht wurde, nutzte das Team die Daten von 49‘275 Probandinnen mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren, die im Abstand von drei Jahren Fragen zum Thema Dankbarkeit im Leben ausfüllten. Das Ergebnis: «Dankbarkeit schien vor allen Todesursachen zu schützen – am häufigsten aber vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen», heisst es in der Pressemitteilung der Universität. Jedoch möchte man nicht körperlich gesund, sondern auch mental fit im Alter sein. Im Rahmen der «AgeGain»-Studie stellten deutsche Forschende fest, dass sowohl ein spezieller Genotyp, der bei einigen Menschen dafür sorgt, dass das Gehirn ein bestimmtes Eiweisshormon produziert, als auch viel Bewegung mit Muskelarbeit entscheidend sind, um im Alter kognitiv fit zu bleiben. Ebenso wichtig: Gedächtnistraining und das Pflegen sozialer Kontakte.
Im Trend: Longevity
Fakt ist: In der Schweiz hat sich die Zahl der 100-jährigen und älteren Menschen seit 1950 in jedem Jahrzehnt verdoppelt. Wenn 80 das neue 70 ist, will man dann ab 60 schon am Stock gehen? Definitiv nicht. Lange zu leben ist nicht nur ein Wunsch, sondern mittlerweile auch ein Trend geworden. Das Schlagwort der Stunde lautet Longevity, der neue Begriff für Gesundheit und Wohlbefinden. Das Ziel der Longevity-Medizin ist klar: Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen, anstatt sie später zu behandeln. Ein Blick auf die Statistik zeigt, warum dieser Ansatz mehr als sinnvoll ist. Zwar liegt die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz bei 85,4 Jahren für Frauen und 81,6 Jahren für Männer, doch die Jahre in guter Gesundheit sind deutlich geringer: 71,2 Jahre bei Frauen und 70,8 Jahre bei Männern. Kein Wunder, dass das Thema Longevity, also Langlebigkeit, nicht nur in der Schweiz an Bedeutung gewinnt.
Nachfrage wächst
Laut «Forbes» könnte die globale Anti-Aging-Industrie bis 2025 einen Wert von 610 Milliarden US-Dollar erreichen. So spriesst eine wachsende Zahl von Unternehmen wie Pilze aus dem Boden, die sich mit Longevity-Medizin und -Produkten beschäftigen, und einige Forschende gehen davon aus, dass Menschen in Zukunft noch älter werden könnten. Biomarker-Analysen, umfangreiche Bluttests und DNA-Analysen sollen gesundheitliche Risiken frühzeitig aufdecken, um individuelle Pläne zur Gesundheitsförderung zu erstellen. Dabei geht es um Therapien für altersbedingte Krankheiten, Techniken, mit denen Zellen verjüngt werden sollen, von Sauerstoffbehandlungen und Kältekammern bis hin zu speziellen Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch um Achtsamkeit und das richtige Atmen. Das steigende Interesse am Longevity in der Schweiz spiegelt sich denn auch im Swiss Longevity Day wider, der erstmals Mitte Januar in Zürich stattfand.
Erstellt: 04.08.2025 07:00 Uhr
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