Wundversorgung Blutstillend, ohne zu kleben
Autsch! Kurz beim Brotschneiden von den Kindern abgelenkt und prompt mit dem Messer in die Hand geschnitten. Dann heisst es: kühlen Kopf bewahren und die blutende Wunde bestmöglich versorgen. Ist die Schnittverletzung klein und eher oberflächlich, reicht es aus, diese zu desinfizieren und mit Kompresse und Pflaster zu bedecken.
Anders jedoch, wenn die Schnittwunde tief ist und auseinanderklafft. Dann gilt es, die Blutung zu stillen und die Wunde von einem Arzt vernähen zu lassen. Problematisch wird es besonders dann, wenn viel Blut austritt: Vielfach wird ein Druckverband aus Baumwollgaze angelegt. Da dieser jedoch oft fest angedrückt wird, verklebt das Baumwollgewebe zumeist mit der Wunde und trocknet mit dem Blut ein. Folge: Beim Entfernen des Verbands reisst die Wunde wieder auf. Das ist schmerzhaft und kann die Gefahr für das Eindringen von Keimen erhöhen.
Neue innovative Wundverbände
Um den Heilungsprozess zu erleichtern und Schmerzen beim Verbandswechsel zu lindern, haben Forscher aus der Schweiz und Singapur eine Beschichtung aus Silikon und Kohlenstoff-Nanofasern entwickelt. Das Neue daran: An der stark flüssigkeitsabweisenden Beschichtung bleiben weder Wasser noch Blut kleben. Zudem punktet der zu Jahresbeginn vorgestellte Wundverband durch seine blutstillende Wirkung – was daran liegt, dass sich beim Kontakt der Beschichtung mit menschlichem Serum feinste sogenannte Fibrinfasern bilden, die sich gerüstartig auf der Wundoberfläche ausbreiten.
Wie mehrere Labortests gezeigt haben, kam es bei einem Kontakt von Blut mit der beschichteten Gaze binnen Kürze zur Gerinnung. Auch in puncto Bakterienbesiedlung schnitt das Material positiv ab, weshalb die Forscher davon ausgehen, so künftig – nach Vollendung finaler Tests – das Infektionsrisiko bei starken Hautverletzungen senken zu können. Vorteile, welche auch bei chronischen Wunden – Beispiel offenes Bein – zum Tragen kommen. Denn nicht nur die Wunden an sich, auch die Schmerzen beim Verbandswechsel sind für viele Leidgeplagte eine immense Belastung, welche fortan erheblich abgemildert werden könnte.
Erstellt: 14.03.2025 07:00 Uhr
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