Bewegungsapparat Dank Forschung zu mehr körperlicher Fitness
Morgens nach dem Aufstehen in die Gänge zu kommen, fällt im Laufe der Jahre immer schwerer. Ob Anlaufschmerzen in den Füssen, ein Ziehen im Rücken oder knackende Kniegelenke: Legen sich bei den meisten Menschen die Beschwerden schnell wieder, müssen andere oft länger oder sogar dauerhaft damit leben. Glücklicherweise erzielen Wissenschaft und Forschung seit Jahren grosse medizinische Fortschritte und gewinnen fortlaufend Erkenntnisse, wie Beschwerden in den Griff zu bekommen sind.
Ist von Schmerzen die Rede, fällt der Blick als Erstes zumeist auf den Rücken. Laut Daten der Rheumaliga Schweiz litten bereits 88 Prozent der befragten Personen in ihrem Leben einmal unter Rückenschmerzen – immer häufiger getriggert durch langes statisches Sitzen und verkrampftes Starren aufs Smartphone.
Tückisches Viszeralfett
Doch Auslöser kann auch ein ganz anderer sein, wie australische Forschende in einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie aufzeigten: chronisches Bauchfett. Zu dieser Schlussfolgerung kam das Forscherteam nach einer Datenauswertung von mehr als 32’000 Menschen im Alter von durchschnittlich 55 Jahren. Wie die in der Zeitschrift «Regional Anesthesia and Pain Medicine» veröffentlichte Studie aufzeigt, litten Frauen mit viel viszeralem Fettgewebe doppelt so häufig an anderen Stellen ihres Körpers unter chronischen Schmerzen wie Frauen ohne Bauchfett. War der Anteil an sogenanntem subkutanem Fett hoch, stieg das Risiko für chronische Schmerzen sogar um 60 Prozent. Anders bei Männern: Zwar fiel der Effekt ebenso deutlich, jedoch weniger stark aus.Um den Fettanteil zu messen, setzten die Forschenden auf MRI-Scans des Bauchs. Ausserdem wurden die Teilnehmenden befragt, ob sie seit mehr als drei Monaten Schmerzen an Rücken, Nacken, Schulter, Hüfte, Knie oder am ganzen Körper verspüren. Zwei Jahre später nahmen 638 der Probandinnen und Probanden erneut an Scans und Befragungen teil. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass viszerales Fett bestimmte Hormone produziert und Entzündungen im Körper auslösen kann. Angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Beobachtungsstudie dreht, zeigen die Ergebnisse zwar, dass wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen Bauchfett und chronischen Schmerzen besteht, allerdings nicht, wie genau es zu Entzündungen kommt.
Rauf aufs Velo
Ebenso Auslöser für Schmerzen am Bewegungsapparat kann Arthrose sein, eine der häufigsten Gelenkerkrankungen. Ursächlich dafür sind entweder Schädigungen des Gelenkknorpels oder auch altersbedingter Verschleiss respektive Unfälle. Am effektivsten, um Arthrose vorzubeugen, ist regelmässige körperliche Aktivität. Nur welche Sportart bringt am meisten? Laut einer im Fachblatt «Medicine and Science in Sports and Exercise» publizierten Studie, an der 2’607 Personen teilnahmen, litten diejenigen, die ihr Leben lang regelmässig Fahrrad gefahren sind, seltener an häufigen Knieschmerzen und Arthrose. Für die Studie analysierte Dr. Grace Lo von der texanischen Baylor University die Daten von Teilnehmenden der «Osteoarthritis Initiative», einer Beobachtungsstudie zu Kniearthrose bei Personen im Alter von 45 bis 79 Jahren.
Meniskusriss:OP oder Training?
Apropos Knie, zu dessen häufigsten Verletzungen der Meniskusriss zählt. Betroffenen bis zum 40. Lebensjahr wird häufig als Standardmethode ein operativer Eingriff empfohlen. Ob die OP auch wirklich weiterhin der Goldstandard dafür sein sollte, haben Forschende aus Dänemark in einer vor gut einem Jahr veröffentlichten Studie untersucht. Sie verglichen die Outcomes von Operation und einem dreimonatigen zielgerichteten Trainings- und Bewegungsplan. 63 Patientinnen und Patienten zwischen 18 und 40 Jahren, die jeweils über mechanische Einschränkungen im Kniegelenk klagten, wurden für die Studie entweder in eine OP- oder in eine Trainingsgruppe eingeteilt. Für die Auswertung untersuchte man nach drei, sechs und zwölf Monaten, ob die Einschränkungen im Knie weiterhin bestanden. Und hierbei zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Berichteten 35 Prozent der Operierten nach zwölf Monaten nach wie vor von mechanischen Einschränkungen im Knie, traf dies in der Trainingsgruppe immerhin auf 69 Prozent der Teilnehmenden zu. Die Autoren schränkten allerdings ein, dass die besseren Resul
Erstellt: 14.07.2025 07:00 Uhr
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