Früherkennung Vorsorgen ist besser als heilen

Jährlich erhalten in der Schweiz etwa 48’000 Menschen die Diagnose Krebs – davon etwa 4’600 Darmkrebs, der dritthäufigsten Krebserkrankung. Neben der Prävention steht vor allem die Früherkennung im Fokus.

Vorsorgen ist besser als heilen

Es ist der Termin, der im Kalender zu den wichtigsten überhaupt zählt, doch den die meisten Menschen am liebsten nicht wahrnehmen möchten: die routinemässige Krebsvorsorge. Zu gross die Sorge, doch mit einer unguten Nachricht konfrontiert zu werden. Doch Fakt ist: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser die Chancen auf Heilung. Besser noch: der derzeit zweithäufigsten Todesursache in der Schweiz möglichst keine Chance geben – indem man zum Beispiel Risikofaktoren kennt und vermeidet.


Eigenes Risiko reduzieren
Unter dem Begriff «Krebs» werden viele verschiedene Tumorerkrankungen zusammengefasst. Während bei den Schweizer Männern rund 53 Prozent Prostata, Lunge und Dickdarm betreffen, entfällt bei Frauen rund die Hälfte aller Neuerkrankungen auf Brust, Lunge und Dickdarm. Gemeinsam haben alle Krebsarten, dass sich Körperzellen unkontrolliert vermehren und krankhaft verändern. 


Fest steht: Zwar kann Krebs jederzeit auftreten, allerdings steigt das Risiko mit zunehmendem Alter. Ungefähr jede vierte Person in der Schweiz ist bis zum 70. Lebensjahr direkt mit einer Krebserkrankung konfrontiert. Niemand kann sie zu 100 Prozent vermeiden. Allerdings kann jeder sein eigenes Erkrankungsrisiko reduzieren. Gemäss dem Ergebnis einer aktuellen globalen Analyse, deren Ergebnisse Anfang Februar 2026 im Fachblatt «Nature Medicine» veröffentlicht worden sind, gehen nämlich fast 40 Prozent der Krebserkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurück – allen voran Tabak- und Alkoholkonsum sowie Infektionen, wie etwa mit Humanen Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Auch starkes Übergewicht, zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und UV-Strahlung zählen zu den vermeidbaren Risikofaktoren.


Früherkennung rettet Leben
Neben Prävention kommt der Früherkennung eine bedeutende Rolle zu. Das Problem: Krebs kommt meist auf leisen Sohlen, verursacht am Anfang kaum Symptome. Daher sollten angebotene spezifische Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden, wie zum Beispiel die meist ab 50 Jahren empfohlene Mammographie zur Brustkrebs-Früherkennung oder das Darmkrebs-Screening-Programm, das alle zwei Jahre einen Blut-im-Stuhl-Test sowie alle zehn Jahre die Darmspiegelung umfasst. Wichtigstes Ziel der Darmkrebsfrüherkennung ist, das Auftreten von Darmkrebs zu verhindern, indem Vorstufen, sogenannte Polypen, frühzeitig erkannt und entfernt werden, was die Entstehung von bösartigen Tumoren verhindert.


Gute Nachricht: Bisher übernahm die Grundversicherung die Früherkennungsuntersuchung von Darmkrebs gemäss der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) nur bis zum Alter von 69 Jahren. Über die Hälfte der Dickdarmkrebs-Erkrankungen tritt aber erst ab 70 Jahren auf. Deshalb hat die Krebsliga gemeinsam mit anderen Organisationen einen Antrag zur Erhöhung der Altersgrenze von 69 auf 74 Jahre eingereicht. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hat diesen gutgeheissen. Seit Juli 2025 sind die Kosten für die Darmkrebs-Früherkennung bis zum Alter von 74 Jahren gedeckt.


Symptome bei jungen Betroffenen
Doch Vorsicht: Man sollte sich nicht in Sicherheit wiegen, nur weil man altermässig noch nicht zur Hauptrisikogruppe gehört. Prominentes Beispiel ist der US-Schauspieler James Van der Beek, der vor Kurzem im Alter von Mitte 40 die Diagnose Darmkrebs erhielt und daran gestorben ist. Eine Studie der Universität Kalifornien aus dem Jahr 2024 hat bestimmte Symptome bei jüngeren Betroffenen ausgemacht. Dazu werteten die Forschenden 81 Studien mit Informationen von fast 25 Millionen Darmkrebspatienten aus. Als die drei häufigsten Anzeichen identifizierten sie blutigen Stuhl (43 %), Bauchschmerzen (40 %) und veränderte Stuhlgewohnheiten (27 %). Wichtig: Wenn beim Toilettengang Blut im oder auf dem Stuhl sichtbar wird, sollten Betroffene unbedingt eine Arztpraxis aufsuchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Erstellt: 02.04.2026 07:00 Uhr

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