Videosprechstunde Behandlung per Videochat

Die Idee der digitalen Videosprechstunde existiert schon eine Weile. Doch vor der Coronapandemie fand die Umsetzung nur sporadisch statt. Mit Beginn der Pandemie sind die Vorteile von virtuellen Behandlungen immer deutlicher geworden, besonders für Ärztinnen und Ärzte, die während des Lockdowns nur noch Notfälle hätten betreuen können. Was wird für eine Videosprechstunde benötigt und welche Vor- und Nachteile sind bekannt?

Behandlung per Videochat
Was ist bei einer Videosprechstunde bereits möglich?

Was genau ist eine virtuelle Sprechstunde?

Videokonferenzen in Echtzeit kennen viele Menschen bereits durch Videoanrufe mit der Familie oder das virtuelle Meeting bei der Arbeit.  Die bekannten Videocalls können ebenfalls als digitale Option für neue und bestehende Gesundheitsdienstleistungen genutzt werden. Eine virtuelle Sprechstunde stellt eine Alternative zur persönlichen Beratung für alle Bereiche der Gesundheitsbranche dar. Patientinnen und Patienten können sich über ein Endgerät wie Smartphone, Tablet oder PC anmelden und mit den jeweiligen Ärztinnen und Ärzten sprechen. Für die digitale Sprechstunde erhält die Patientin bzw. der Patient von der Praxis eine Termineinladung, darin enthalten ist die Internetadresse des Videoanbieters sowie der Einwahlcode für die Sprechstunde. In der Regel muss die Patientin bzw. der Patient ihren/seinen Namen beim Einwählen angeben und wird dann in einen digitalen Wartebereich weitergeleitet. Sobald die Ärztin oder der Arzt verfügbar ist, beginnt die Behandlung. Die Patientinnen und Patienten können, wie bei einer normalen Sprechstunde, mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen, nur dass es über Video ist.

Behandlung per Videochat

Was wird für eine virtuelle Sprechstunde benötigt?

Für die virtuelle Behandlung benötigen Patientinnen und Patienten eine stabile Internetverbindung und ein funktionierendes internetfähiges Endgerät. Dieses Endgerät wie ein Laptop, Smartphone oder Tablet muss mit einer Kamera, Mikro und Lautsprecher ausgestattet sein. Zusätzlich ist ein Videodienstanbieter notwendig, der durch die Praxis beauftragt wurde. Dieser Anbieter muss besondere Sicherheitsstandards erfüllen, um die Daten vor Dritten zu schützen. Die Ärztin bzw. der Arzt informiert in der Regel vor der ersten Sprechstunde zu datenschutzrechtlichen Fragen und die Patientin bzw. der Patient muss eine Einwilligungserklärung abgeben bezüglich der Nutzung der Daten über den Videoanbieter.

Behandlung per Videochat
Virtuelle Sprechstunden können ältere Menschen überfordern.

Welche Vor- und Nachteile bietet die digitale Sprechstunde?

Durch Covid-19 und Social Distancing erleben virtuelle Sprechstunden einen Boom und rücken immer mehr in den Fokus, wodurch sich die Vor- und Nachteile herauskristallisieren.

Bei der digitalen Sprechstunden spielt die räumliche Distanz keine Rolle mehr, was definitiv einen Vorteil darstellt. Lange Anfahrtswege und Wartezeit fallen weg. Da die Distanz unwichtig wird, ist der Sitz der Praxis egal und die Freiheit bei der Wahl einer Ärztin oder eines Arztes steigt. Das ist besonders für Menschen auf dem Land entscheidend, denn die Arztdichte ist dort meist geringer, weshalb durch die virtuelle Sprechstunde eine Chancengleichheit geschaffen wird. Menschen, die nicht so mobil oder pflegebedürftig sind, können durch die Videosprechstunde ebenfalls intensiver betreut werden. Zusätzlich besteht bei der digitalen Sprechstunde keine Ansteckungsgefahr, was nicht nur in Zeiten einer Pandemie einen entscheidenden Vorteil darstellt.

Allerdings stellt die Behandlung per Video auch Nachteile dar. Nicht alle Krankheiten lassen sich aus der Ferne beurteilen. Körperlichen Untersuchungen wie ein Ultraschall oder Bluttest sind für viele Diagnosen wichtig und virtuell nicht möglich. In solchen Fällen ist der persönliche Gang zur Ärztin oder zum Arzt unverzichtbar. Die Online-Behandlung ist unpersönlicher und kann zu einer Entfremdung zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient führen. Da der Kontakt nur über den Bildschirm stattfindet, kann es ausserdem zu falschen Diagnosen kommen, da die Fehleranfälligkeit grösser ist als bei einer persönlichen Behandlung. Für die virtuelle Sprechstunde ist das Vorhandensein einer stabilen Internetverbindung eine Voraussetzung. Menschen ohne Internet wie zum Beispiel sehr alte Personen oder Personen mit einer schlechten Internetverbindung wie in ländlichen Regionen sind daher benachteiligt. Virtuelle Sprechstunden können für bestimmte Personengruppen überfordernd sein.

Obwohl es einige Nachteile für diese Form der Behandlung gibt, sollte die virtuelle Sprechstunde als Chance gesehen werden, traditionelle Gesundheitsdienste zu modernisieren und die Vorteile geschickt zu nutzen.

Erstellt: 29.09.2021 07:00 Uhr

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