Quecksilbervergiftung Merkurialismus

Eine Quecksilbervergiftung ist, wie der Name bereits verrät, eine Vergiftung mit Quecksilber. Das Schwermetall kann zum Beispiel durch die Nahrung, über Zahnmetall oder durch Unfälle aufgenommen werden. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall.

Merkurialismus

Allgemeine Informationen

Die Quecksilbervergiftung ist eine Vergiftung durch das Schwermetall Quecksilber. Die Aufnahme von Quecksilber ist so gefährlich für den menschlichen Körper, da es ein Enzym im Organismus blockiert, das für die Reizübertragung notwendig ist.  Es gibt die akute und die chronische Quecksilbervergiftung, wobei die zweite Variante häufiger vorkommt. Dabei sind Menschen über längere Zeit geringen Mengen von Quecksilber ausgesetzt. Das kann passieren, wenn geringe Dosen Quecksilber über die Nahrung aufgenommen wird wie über den Verzehr quecksilberbelasteter Fische (Minamata-Krankheit). Zusätzlich wird das in der Zahnmedizin verwendete Amalgam als weitere Ursache chronischer Quecksilbervergiftungen verdächtigt. Wird Quecksilber in einem geschlossenen Raum verschüttet, kann es unbemerkt versickern und noch lange giftige Dämpfe bilden und für Menschen, die dort z.B. Arbeiten eine Gefahr darstellen. Die akute Quecksilbervergiftung wird durch die direkte Aufnahme der Dämpfe des Quecksilbers hervorgerufen. Das kann zum Beispiel arbeitsbedingt sein, wenn man bestimmen Dämpfen ausgesetzt wie bei der Verbrennung von Kohle, Goldgewinnung oder Energiegewinnung.Unbehandelt kann eine Quecksilbervergiftung schwerwiegende Folgen haben und sich in inneren Organen (Leber, Nieren) und im Zentralnervensystem ablagern. In extremen Fällen kann eine Quecksilbervergiftung sogar tödlich enden.

Risikofaktoren

Es gibt unterschiedliche Ursachen, wie eine Quecksilbervergiftung entstehen kann. Quecksilber kann auf dem direkten Weg eingeatmet werden. Menschen, die arbeitsbedingt bestimmen Dämpfen ausgesetzt sind, wie bei der Verbrennung von Kohle, Goldgewinnung und Energiegewinnung, haben ein erhöhtes Risiko. Auch Zahnärztinnen und Zahnärzte sind gefährdet, da sie durch das Ausbohren von Zahnamalgam ebenfalls Quecksilber einatmen können. Kommt es in Laboren zu Unfällen, in denen Quecksilber verwendet wird, besteht ebenfalls das Risiko einer Quecksilbervergiftung. Gebrauchsgegenstände wie Fieberthermometer mit Quecksilber sind heutzutage eher ungewöhnlich, wodurch diese Gefahrenquelle nicht mehr so aktuell ist.

Quecksilber kann ausserdem durch den Verzehr quecksilberbelasteter Fische aufgenommen werden. Raubfische wie Haie, Schwertfische oder Thunfische sind besonders betroffen. Das Quecksilber kann durch verunreinigte Industriegewässer in die Tiere gelangen.

Zusätzlich kann Quecksilber über Haut und Schleimhäute aufgenommen werden. In sehr wenigen Salben, Kontaktlinsenflüssigkeit oder Augentropfen sind geringe Mengen von Quecksilber enthalten. Quecksilber ist plazentagängig, was bedeutet, dass es über den Mutterkuchen von der Mutter in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes gelangen kann. Das heisst Quecksilber könnte auch von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden.

Mögliche Symptome

Die Symptome unterscheiden sich danach, in welcher Menge und Form Quecksilber in den Körper gelangt.

Bei einer akuten Quecksilbervergiftung kommt es zu verstärktem Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen und einer geringeren Harnmenge als üblich. Die chronische Quecksilbervergiftung kann sich durch Entzündungen und Geschwüre der Mundschleimhaut, psychische Symptomen wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen oder Psychose, Juckreiz oder einem dunklem Saum am Zahnfleischrand äussern. Gelangt Quecksilber ins Blut, sammelt es sich in Organen wie Leber oder Nieren ab und greift somit die Nervenzellen im Gehirn an. Bei Schädigung des Zentralnervensystems kann es zu Zittern, Sprachstörungen, Sehstörungen oder Hörstörungen kommen.

Diagnose

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Quecksilbervergiftung zu diagnostizieren. Die Blutuntersuchung gibt Auskunft darüber, ob sich Quecksilber aktuell im Blut befindet. Allerdings bleibt Quecksilber nur kurze Zeit im Blut, weshalb eine Blutuntersuchung keine Auskunft darüber gibt, ob sich der Giftstoff schon in den inneren Organen wie Leber oder Nieren ablagert hat.

Mithilfe einer Urinuntersuchung lassen sich anorganische Quecksilberverbindungen wie aus Kosmetika feststellen. Organische Quecksilberverbindungen werden über den Stuhl ausgeschieden und können nicht über eine Urinprobe ermittelt werden. Organisches Quecksilber, das zum Beispiel über den Verzehr von quecksilberbelasteten Fischen aufgenommen wird, ist in die Haarwurzel eingebaut und ist deshalb über eine Haaranalyse gut feststellbar.

Behandlung

Je nachdem ob es sich um eine akute oder eine chronische Quecksilbervergiftung handelt, unterscheidet sich die Behandlung. Bei einer akuten Quecksilbervergiftung ist es das Ziel, das Gift möglichst schnell aus dem Körper zu entfernen, um Folgeschäden zu vermeiden. Dazu wird beispielsweise Aktivkohle eingesetzt, da die medizinische Kohle Giftstoffe im Magen bindet und somit das Quecksilber nicht in den Kreislauf gelangt. Eine weitere Möglichkeit ist die Ausleitungstherapie. Die Wirkstoffe Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) und D-Penicillamin werden als Gegengift bezeichnet, denn sie helfen dabei, das Gift aus dem Körper auszuleiten. Diese Wirkstoffe bilden unlösliche Bindungen, die der Körper nicht aufnimmt und stattdessen über die Niere ausscheidet.

Diese Ausleitungstherapie wird auch bei chronischen Quecksilbervergiftungen angewendet. Ebenfalls wird bei einer chronischen Vergiftung die Einnahme von Vitamin B1 empfohlen, weil es die Schwermetallausscheidung fördert. Da sich häufig noch Symptome wie Juckreiz entwickeln, ist häufig eine symphonische Therapie sinnvoll, bei der zum Beispiel Salben gegen den Juckreiz eingesetzt werden. Bei der chronischen Quecksilbervergiftung ist es entscheidend, die Vergiftungsquelle zu finden, um Betroffene vor einer weiteren Aufnahme des Gifts zu schützen.

Erstellt: 07.09.2021 07:00 Uhr

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