Schuppenflechte Psoriasis

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Sichtbare schuppende Hautveränderungen, sogenannte Plaques, sind das typische Merkmal der Schuppenflechte und sind für Betroffene eine grosse Belastung, da sie oft mit Scham verbunden sind. Eine endgültige Heilung ist bisher nicht möglich, aber es gibt wirksame Therapien.

Psoriasis

Allgemeine Informationen

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine erblich veranlagte Hauterkrankung, die durch innerliche und äusserliche Auslöser provoziert werden kann. Sie macht sich vor allem durch juckende, rötliche und schuppende Hautveränderungen bemerkbar. Die Veranlagung dafür wird vererbt, was jedoch nicht bedeutet, dass auch jeder mit einer entsprechenden Erbanlage daran erkrankt. Wenn die Krankheit ausbricht, richtet sich das körpereigene Immunsystem gegen die Zellen der Oberhaut und es kommt zu einer Entzündung. Darauf reagiert der Körper mit der Produktion vieler neuer Hautzellen, obwohl sich noch genug Hautzellen im betroffenen Areal befinden. Die Krankheit verläuft in aller Regel chronisch oder in wiederkehrenden Schüben, wobei kürzere oder längere akute Phasen mit Perioden ohne oder mit wenigen Symptomen wechseln können. Schweregrad und Ausdehnung sind individuell und sehr unterschiedlich.

Neben der Haut können auch die Nägel und  Gelenke befallen sein und Gefässe, Herz, Leber und Stoffwechselvorgänge unter der Krankheit leiden. Zusätzlich sind psychosomatischen Beschwerden und die Einschränkung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ein grosser Faktor. Der Grossteil der Betroffenen erkrankt vor dem 40. Lebensjahr erstmals an Schuppenflechte. Dabei handelt es sich um Typ1-Psoriasis. Der seltenere Spättyp (Typ2-Psoriasis) bricht erst im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt aus.

Risikofaktoren

Da es sich um erblich veranlagte Hauterkrankung handelt, wird das Risiko zu erkranken, vererbt. Untersuchungen zur Häufigkeit der Vererbung zeigten Hinweise auf einen stärker über den Vater vermittelten Vererbungseffekt. Besonders gross ist das Risiko allerdings, wenn beide Elternteile an einer Schuppenflechte leiden.

Neben der vererbten Veranlagung braucht es bestimmte persönliche oder umweltbedingte Auslöser. Dazu gehören Infektionen wie Streptokokken, Mittelohrentzündungen, chronische Zahn-, Nasennebenhöhlen- oder Magen-Darminfektionen, Verletzungen, Tätowierungen, Stoffwechselstörungen oder Hormonschwankungen. Bestimmte Medikamente wie Betablocker, seelischer Stress, erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht oder klimatische Einflüsse gehören ebenfalls dazu. Der Ursache-Wirkungszusammenhang ist jedoch nicht durchgängig gesichert, denn manchmal ist unklar, ob ein Risiko nun Auslöser oder eher Folge der Schuppenflechte ist.

Mögliche Symptome

Eine Schuppenflechte ist unübersehbar, denn auf der Haut erscheinen stark durchblutete und gerötete Stellen, auf denen sich silbrig-weisse Schuppen bilden. Die Flecken können punktartig verstreut oder grossflächig sein. Die typischen Schuppen lassen sich mit dem Fingernagel abheben und oft sind Hautpartien betroffen, die viel gedehnt werden wie Ellenbogen oder Knie. Jedoch ist keine Hautregion ausgenommen und nicht selten sind auch die Nägel befallen. Die Herde der Schuppenflechte können aber auch grossflächig zusammenwachsen. Sehr häufig jucken die betroffenen Stellen.

Diagnose

Eine Ärztin bzw. ein Arzt kann die Diagnose meist nach einer gründlichen Untersuchung der Haut stellen. Es gibt typische Hautbefallsmuster, die für eine Schuppenflechte sprechen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Psoriasis ist das Ausspritz-Phänomen, auch blutiger Tau genannt. Dafür wird eine Schuppe abgekratzt, darunter bleibt ein dünnes, glänzendes Häutchen. Entfernt man auch das, blutet die Stelle punktförmig. Jedoch kann eine leichte Schuppenflechte auch einer Pilzinfektion oder Ekzemen ähneln. Anhand einer Blutuntersuchung oder Gewebeproben lassen sich diese Krankheiten ausschliessen.

Zur Einstufung der Schuppenflechte gibt es den PASI (Psoriasis Area and Severity Index). Das Bewertungssystem beschreibt, wie stark betroffene Hautstellen gerötet sind, die Haut schuppt, die Hautschichten von Immunzellen durchzogen sind und einzelne Körperregionen (Kopf, Arme, Rumpf und Beine) betroffen sind. Damit lässt sich der individuelle Verlauf der Schuppenflechte dokumentieren und bewerten und ob eine Therapie anschlägt. Sind Gelenke betroffen, müssen Bildgebungsverfahren (MRT, Nuklearszintigramm und/oder Röntgenaufnahmen) eingesetzt werden, um die Therapie richtig und rechtzeitig zu wählen.

Behandlung

Die Schuppenflechte ist nicht komplett heilbar. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die das Lindern und Abheilen der Symptome unterstützen oder neue Schübe vermeiden sollen. Die Therapie besteht aus mehreren Elementen wie Hautpflege, Medikation, gezielte Bewegung und antientzündliche Ernährung. Therapien sollten immer an den individuellen Erkrankungszustand des Patienten abgestimmt werden und auch ein Wechsel der Therapie-Form nach gewisser Zeit kann hilfreich sein.

Eine gute Hautpflege ist wichtig, auch in Zeiten ohne Hautprobleme. Badezusätze, Shampoos und Salben mit Wirkstoffen wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure sind für Betroffene geeignet. Zur äusserlichen Behandlung (topische Therapie) werden für gewöhnlich Produkte mit entzündungshemmendem Kortison oder sogenannte Vitamin-D3-Analoga eingesetzt. Bei einem Schub kann eine Bestrahlungen mit UV-Licht in der Fachpraxis oder eine spezielle Foto-Sole-Therapie sinnvoll sein. Dafür werden die Hauterhebungen (Plaques) mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt, wodurch die Entzündung gehemmt wird und die Zellteilung verlangsamt wird.

Um das übermässige Zellwachstum und die Entzündungsvorgänge einzudämmen, gibt es zudem eine grosse Bandbreite an Medikamenten zum Einnehmen. Diese spielen bei mittelschweren bis schweren Fällen der Hauterkrankung oder bei der Beteiligung weiterer Organe eine wichtige Rolle. Zum Einsatz kommen in bestimmten Fällen klassische Rheuma-Medikamente - wie Methotrexat (MTX), Ciclosporin oder Biologika.

Die Ernährung sollte zusätzlich Teil der Therapie sein. Zucker und Weizenprodukte müssen stark reduziert und der Gemüseanteil deutlich erhöht werden.  Entscheidend ist ausserdem das Anstreben des Normalgewichts, denn das Fettgewebe im Bauchraum sendet selbst Entzündungsstoffe aus und begünstigt dadurch die Hautentzündungen.

Erstellt: 04.11.2021 07:00 Uhr

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