Arthrose des Kniegelenks Arthrose Gonarthrose

Eine Arthrose im Knie (Gonarthrose) ist die Abnutzung des Knorpels im Kniegelenk. Häufig äussert sich die Arthrose durch schmerzhafte Entzündungen, die mit einer Einschränkung der Bewegung und einer Versteifung des Kniegelenks einhergehen.

Arthrose Gonarthrose

Allgemeine Informationen

Die Arthrose des Kniegelenks wird auch Gonarthrose genannt und gehört zu den häufigsten Abnutzungserscheinungen der Gelenke. Die Gonarthrose ist eine Arthrose im Knie und kann als langsam fortschreitender Abbau/Verschleiss von Gelenkknorpel/Gelenkerkrankung bezeichnet werden. Im Verlauf werden auch benachbarte Gelenkbereiche wie Knochenteile geschädigt und der fortschreitende Gelenkverschleiss führt so weit, dass der Knorpel im Kniegelenk zerstört wird. Dadurch können Betroffenen das Gelenk nicht mehr schmerzfrei bewegen oder es versteift sich sogar. Oft beginnt die Gonarthrose mit Knieschmerzen, die nur bei Belastung auftreten. Es ist empfehlenswert, bei solchen Symptomen bereits zur Ärztin bzw. zum Arzt zu gehen, denn bei frühzeitiger Therapie lässt sich das Voranschreiten der Arthrose oftmals verhindern. Bei einer fortgeschrittenen Kniearthrose sind oft eine Operation und ein künstliches Gelenk notwendig.

Die Ursachen für die Entstehung einer Arthrose sind vielfältig und es wird in anlagebedingte (primäre) und erworbene (sekundäre) Arthrosen unterschieden.

Risikofaktoren

Für die Arthrose des Kniegelenks existieren diverse Risikofaktoren. Es gibt Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. Dazu gehören das Alter, Geschlecht und die genetische Veranlagung. Das Risiko, an einer Gonarthrose zu erkranken, nimmt mit dem Alter insbesondere nach dem 50. Lebensjahr zu und Frauen haben grundsätzlich ein höheres Risiko zu erkranken als Männer.

Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle, denn sind Familienmitglieder erkrankt, ist das Risiko für eine Gonarthrose ebenfalls höher. Entzündungen und Gelenkverletzungen (z.B. Knochenbrüche, Bänderrisse, Meniskusschaden) und anatomische Faktoren wie eine Fehlstellung von Knie- und Hüftgelenk können eine Arthrose des Kniegelenks zusätzlich begünstigen. Faktoren wie starkes Übergewicht, gelenkbelastende Sportarten (Fußball, Handball, Boxen, Ringen), Bewegungsmangel durch viel Sitzen und Ruhigstellung der Gelenke oder dauerhafte Überbeanspruchung der Gelenke bei einseitiger Belastung stellen Risikofaktoren dar, auf die wir einen Einfluss haben.

Mögliche Symptome

Bei den Symptomen von Gonarthrose kann in Frühzeichen und fortgeschrittene Anzeichen unterschieden werden.
Frühzeichen sind Gelenkschmerzen, die bei bestimmten Bewegungen auftreten, Gelenkgeräusche wie Knacksen oder Reibegeräusche bei Belastung und Bewegungseinschränkung wie Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen von Kleidungsstücken oder beim In-die-Hocke-Gehen. Die Instabilität des Gelenks wie plötzliches Einknicken der Beine oder Stolpern und Stürzen können ebenfalls Frühzeichen sein. Ist die Arthrose des Kniegelenks bereits fortgeschritten, kann es zu Druckschmerz, Schwellung des Knochens und der Gelenke oder Gelenkdeformierungen kommen. Zusätzliche Symptome sind dann Schmerzen auch in Ruhe und Ermüdungs- und Belastungsschmerze, die die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke einschränken.

Diagnose

Besteht der Verdacht einer Arthrose des Kniegelenks, kann eine Ärztin bzw. ein Arzt schnell Gewissheit geben. Zu Beginn findet in der Regel eine ausführliche Anamnese (Vorgeschichte einer Erkrankung) statt. Im Anschluss folgen körperliche Untersuchungen. Mittels Röntgenuntersuchung, Ultraschall, MRT oder Blutuntersuchung kann die Diagnosesicherung erfolgen. Durch diese Untersuchungen können auch andere rheumatischen Gelenkkrankheiten ausgeschlossen werden. Zusätzlich ergibt das Durchführen einer Kernspintomografie Sinn, denn sie erlaubt neben dem Erkennen von Frühzeichen der Abnützung auch die Phase der Arthrose. Es gibt in der Regel vier unterschiedliche Stadien.

Stadium 1: Verdichtung des Knochengewebes, keine Gelenkspaltschmälerung, keine Osteophyten (knöcherne Ausläufer am Rand des Knochens).

Stadium 2: Geringe Gelenkspaltverschmälerung. Beginnende Osteophytenbildung. Angedeutete Unregelmäßigkeit der Gelenkfläche.

Stadium 3: Ausgeprägte Osteophytenbildung, Gelenkspaltverschmälerung, deutliche Unregelmäßigkeit der Gelenkfläche.

Stadium 4: Ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung bis zur vollständigen Zerstörung. Deformierung/Absterben der Strukturen des Gelenks.

Behandlung

Aktuell gibt es keine Behandlung, die einen geschädigten Knorpel wieder herstellen kann. Daher dient die Behandlung dafür, die Symptome der Erkrankung zu lindern und den Gelenkverschleiss zu stoppen. Bei der Behandlung gibt es die Optionen einer nicht- medikamentösen Therapie, medikamentösen Therapie und operative Massnahmen.

Eine Möglichkeit ist die Bewegungstherapie, zu der physiotherapeutische Behandlungen, Krafttraining, Ausdauertraining oder funktionelles Training gehören. Durch die Kräftigung der Muskulatur soll das geschädigte Gelenk entlastet werden. Welche Sportarten sinnvoll sind, wird individuell mit den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten bzw. den Ärztinnen und Ärzten bestimmt. Eine Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht stellt ebenfalls einen wichtigen Teil der Behandlung dar. Bei schweren Arthrosen können ausserdem spezielle Entlastungsschienen (Orthesen), Krücken oder Spazierstöcke sinnvoll sein.

Je nach Ausmass der Beschwerden und der vorhandenen Entzündungszeichen werden Medikamente eingesetzt. Dazu gehören nicht steroidale Antirheumatika zum Schlucken oder zur lokalen Anwendung als Gel, Salbe oder Creme.

Wenn das Krankheitsstadium so weit fortgeschritten ist, dass konservative Therapien keine ausreichende Schmerzlinderung gewährleisten, kann über gelenkerhaltende Operationsverfahren, ein Gelenkersatz (künstliches Gelenk) oder eine operative Gelenkversteifung nachgedacht werden. Diese Entscheidung kann aber nur von Ärztinnen und Ärzten getroffen werden.

Erstellt: 24.06.2021 07:00 Uhr

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