Rückenschmerzen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind zu einer richtigen Volkskrankheit geworden und entstehen vor allem durch strapazierte Muskeln und Bänder oder den Verschleiss der Wirbelsäule und Bandscheiben. Die weitverbreitete sitzende Lebensweise begünstigt Rückenschmerzen enorm. Zwar sind die Auslöser von Rückenschmerzen meist recht unbedenklich, allerdings können auch Krankheiten dahinterstecken, weshalb der Gang zur Ärztin bzw. zum Arzt häufig sinnvoll ist.

Rückenschmerzen

Allgemeine Informationen

Laut Rückenreport 2020 leidet 67% der Schweizer Bevölkerung mehrmals pro Jahr an Rückenschmerzen. Es handelt sich bei Rückenschmerzen um ein Volksleiden, welches in der Ausprägung sehr unterschiedlich ist. Insbesondere Personen im erwerbstätigen Alter sind betroffen und Muskelverspannungen, körperliche Überbelastung, falsche Bewegung, Stress, Sorgen und Probleme sind Hauptauslöser für die Beschwerden. Zusätzlich fördern psychische Belastungen und Rückenschmerzen sich oft gegenseitig. Zwar sind Rückenschmerzen sehr unangenehm, allerdings ist der Grossteil der Ursachen nicht bedrohlich.

Risikofaktoren

Es gibt viele Faktoren, die Rückenschmerzen begünstigen. Jedoch ist eine sitzende Lebensweise in Kombination mit fehlenden körperlichen Ausgleichsaktivitäten eine wesentliche Ursache für das Auftreten von Rückenproblemen. Muskeln und Bänder brauchen regelmässige Belastung durch Gymnastik, Ausdauersport oder Kraftsport, um leistungsfähig zu bleiben. Ist eine dauerhafte Unterforderung vorhanden, verkrümmen die Strukturen des Bewegungsapparats. Neben Langzeitsitzen und Bewegungsmangel begünstigen Übergewicht, das fortgeschrittene Alter, Fehlbelastung und einseitige Belastung, einseitige Ernährung und Rauchen Rückenschmerzen. Zusätzlich gibt es einige arbeitsbezogene Faktoren, die eine Rolle spielen können. Dazu gehören das Tragen und Heben schwerer Lasten, Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen und starke Unzufriedenheit.

Mögliche Symptome

Rückenschmerzen machen sich häufig durch ein Druckgefühl, Verhärtungen und Schmerzen im Rücken bemerkbar. Symptome wie eingeschränkte Beweglichkeit, plötzlich stechender Schmerz oder Muskelschmerzen, Muskelverspannungen, Lähmungserscheinungen in den Beinen oder Armen, Schwächegefühl oder Kribbeln sind häufige Begleiterscheinungen.

Bei Rückenschmerzen kann nach der Dauer, Lage und der Ursache unterschieden werden. Die Dauer kann in akute, subakute und chronische Rückenschmerzen unterschieden werden. Es wird ausserdem nach der Lage (oberer, mittlerer oder unterer Rücken) differenziert. Die Ursache kann spezifisch oder nicht-spezifisch sein. Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen gibt es keine zu behandelnde Ursache, was bedeutet, dass der Rücken bis auf Weiteres nur unter verspannten, verkürzten und überdehnten Muskeln leidet. Bei spezifischen Rückenschmerzen sind Rückenleiden selbst oder andere Erkrankungen der Auslöser der Schmerzen.

Schmerzen, die oben an der Wirbelsäule (Nackenregion) auftreten, sind meist akut bis chronisch und strahlen oftmals in Schultern, Arme und/oder Hinterkopf aus. Grund für diese Schmerzen kann zum Beispiel eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz sein. Rückenschmerzen im mittleren Rücken sitzen meist im Bereich der Brustwirbelsäule. Durch Reizungen grösserer Muskelgruppen oder durch Funktionsstörungen der Rippen-Wirbel-Gelenke werden Schmerzen ausgelöst. Die Rückenschmerzen im unteren Rücken äussern sich entsprechen durch Schmerzen im unteren Rücken.

Diagnose

In den meisten Fällen sind Rückenschmerzen ungefährlich, doch Betroffene sind schnell nicht mehr richtig funktionsfähig und dadurch frustriert. Meistens verschwinden die Schmerzen nach einiger Zeit von selbst, trotzdem ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll, besonders wenn zusätzlich zu den Schmerzen Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten. Das primäre Ziel von den ärztlichen Untersuchungen ist es, ernsthafte Erkrankungen wie Osteoporose oder eine Infektion auszuschliessen.

Die Diagnose von Rückenschmerzen erfolgt in der Regel durch eine Anamnese und körperliche Untersuchungen. Es soll ermittelt werden, wo und bei welchen Bewegungen die Schmerzen auftreten, ob die Schmerzen ausstrahlen, wie gut die Rückenmuskulatur und die Beweglichkeit der Wirbelsäule sind. Zusätzlich werden neurologische Tests durchgeführt, damit ausgeschlossen werden kann, dass die Nerven betroffen sind. Weitere Untersuchungen wie bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Blutkontrolle kommen meist nur zum Einsatz, wenn bei der Basisdiagnostik Hinweise auf akut behandlungsbedürftige Ursachen gibt.

Behandlung

Es ist wichtig, dass soweit es möglich ist, die normalen Tätigkeiten beibehalten werden. Eine Schonung kann die Beschwerden sogar verstärken. Die Rückenmuskulatur zu trainieren, zum Beispiel mit Schwimmen oder Radfahren wird ebenfalls häufig empfohlen, wobei auf ein gutes Mass an Aktivität geachtet werden sollte, damit der Rücken nicht überfordert wird.

Bei der Behandlung von Rückenschmerzen kommen besonders häufig konservative Therapien zum Einsatz. Physiotherapie und Bewegungstherapie sind oft Teil der Behandlung, bei der es darum geht, mit Rückenübungen die Beweglichkeit der Patientinnen und Patienten zu verbessern und eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern. Eine traditionelle Schmerzbehandlung, bei der Schmerzmedikamente in angepasster Dosierung als Tabletten, Pflaster oder muskelentspannende Präparate eingesetzt werden, sollen die Schmerzen lindern und eine Schonhaltung vermeiden. In einigen Fällen ist eine orthopädietechnische Versorgung mit individuellen Orthesen, Korsetts und Schuheinlagen hilfreich.

Die zellbiologische Regulationstherapie kann durch beispielsweise gezielte Muskelstimulation die Durchblutung verbessern und dadurch die Schmerzen verringern. Eine Akupunktur kommt ebenfalls als Behandlungsmethode, insbesondere um die Schmerzen zu lindern, zum Einsatz. Werden die Rückenschmerzen durch Verspannungen ausgelöst, beispielsweise durch Stress, sind Entspannungsverfahren wie autogenes Training sinnvoll. Operative Therapien werden bei Rückenschmerzen nur dann eingesetzt, wenn bestimme Warnsignale auftreten. Dazu gehören Störungen der Blasenfunktion (Inkontinenz), Lähmungen (Paresen), Gefühlsstörungen oder Taubheitsgefühl.

Erstellt: 02.07.2021 07:00 Uhr

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