Gentechnik und KI Forschung: unsere beste Lebensversicherung

Der medizinische Fortschritt macht uns dank präziserer, schonenderer und sicherer Methoden nicht nur gesünder, sondern verlängert damit unser Leben – wie einige Beispiele aus der Medizinwelt beweisen.

Forschung: unsere beste Lebensversicherung
Gentechnik

Ein möglichst langes Leben, natürlich bei bester Gesundheit – wer wünscht sich das nicht! Geht es allein nach den Statistiken zur durchschnittlichen Lebenserwartung, sind wir auf einem guten Weg, immer älter zu werden. Wie das Bundesamt für Statistik mitteilt, werden Männer, die im Jahr 2020 auf die Welt kamen, 81 Jahre alt. Bei Frauen liegt die erwartete Lebenszeit bei 85,1 Jahren. Auch wenn die Zahlen infolge der Coronapandemie erstmals seit langem wieder leicht gesunken sind, ist davon auszugehen, dass die Lebenserwartung wieder steigen und 2020 eine Ausnahmesein wird. Als Grund für positiven Ausblick wird die inzwischen vorhandene Impfung gegen Corona angeführt – ein immenser medizinischer Fortschritt, welcher so manchen COVID-19-Krankheitsverlauf deutlichentschärft hat.

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Künstliche Intelligenz

Zukunftsweisende Gentechnik

Und nicht nur rund um Corona, auch in anderen medizinischen Sektoren sind die Auswirkungen akribischer Forschung sichtbar. Denn inzwischen lassen sich bestimmte Krankheiten nicht nur leichter, sondern vor allem früher erkennen. Noch besser:Viele einst als unheilbar geltende Erkrankungen sind heute dank innovativer Medizin sogar kurierbar – auch dank zunehmender Gen- und Zelltherapien. Gerade seltene Krebsarten, für die bislang keine Therapien zur Verfügung standen, könnten damit fortan leichter behandelbar oder gar heilbar werden. Wie die beiden US-amerikanischen Pharmazeutinnen Adrienne Brennan und Marcie Morrisin einem Ende vergangenen Jahres veröffentlichten Bericht darlegten, gibt es inzwischen (Stand:11/2021) 16 Gen- und Zelltherapien mit einer Zulassung für den Einsatz in den USA. Beispielhaft hierfür ist ein Präparat, das ein abgeschwächtes, gentechnisch verändertes Herpes-Virus nutzt, um «Schwarzen Hautkrebs» zu bekämpfen. Des Weiteren stehen sogenannte CAR-T-Zelltherapien zur Verfügung. Diese arbeiten mit körpereigenen Zellen der Erkrankten sowie mit modernster Gentechnik. Wie Brennan und Morris berichten, gehe die US-amerikanische Behörde Food and Drug Administration (FDA) davon aus, dass im Jahr 2025 bis zu 20 neue Gen- und Zelltherapien jährlich zugelassen werden könnten.

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Herztransplation

Lebensrettendes Schweineherz

Auch bei der aufsehenerregendsten Transplantation überhaupt, als Anfang des Jahres einem 57-jährigen Patienten angesichts seiner tödlichen Herzkrankheit ein Schweineherz transplantiert wurde, hatte die Gentechnik einen entscheidenden Anteil. Denn bei der in Baltimore in den USA durchgeführten OP wurde das organspendende Schwein genetisch verändert, indem ein Gen eliminiert wurde, das einen bestimmten Zucker bildet – ein entscheidender Faktor, da sonst die Gefahr bestanden hätte, dass das Organ im Körper des Patienten abgestoßen worden wäre. Auch wenn der Patient zwei Monatespäter dennoch verstarb, sehen die Forschenden in der Transplantation einen immensen Erfolg und setzen grosse Hoffnung auf das Verpflanzen von Organen von Tier zu Mensch, die sogenannte Xeno-transplantation.

Hoffnungsträger Künstliche Intelligenz

Seit wenigen Jahren in aller Munde könnte Forschenden zufolge auch die Künstliche Intelligenz (KI) zukünftig entscheidend im Kampf gegen zahlreiche Erkrankungen sein. Bereits heute werden solche Instrumente eingesetzt, so etwa bei der molekularen Charakterisierung eines Tumors. KI zahlt sich vor allem aus, um gewaltige Datenmengen auszuwerten. Ermüden Mitarbeitende im Laufe der Arbeitszeit bei dieser mühevollen Tätigkeit, kann KI ohne Unterbrechung und zeitliche Begrenzung arbeiten – eine Fähigkeit, die auch bei der Beurteilung von Operationen die Zukunft sein könnte. Hierfür hat ein Berner Forschungsteam und die Medtech-Firma Caresyntax eine Methode entwickelt, die mit hoher Trefferquote zuordnen konnte, ob die Leistungen des OP-Teams gut oder mässig waren. Mittels Computeralgorithmen wurden die chirurgischen Instrumente identifiziert und ihre Bewegung über die Zeit analysiert. Bis die KI-Technologie dieser im vergangenen Jahr vorgestellten Studie jedoch in der Praxis eingesetzt werden kann, braucht es den Autoren zufolge noch Zeit, da die Algorithmen auf einer breiteren Datenbasis trainiert und zusätzliche Operationen untersucht werden müssen.

Erstellt: 26.08.2022 07:00 Uhr

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