Makuladegeneration Erkrankungen der Netzhaut

Die Makuladegeneration ist eine Augenerkrankung, die die Netzhaut im hinteren Bereich des Auges angreift. Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einem fortschreitenden Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld.

Erkrankungen der Netzhaut

Allgemeine Informationen

Bei der Makuladegeneration handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Netzhaut im hinteren Bereich des Auges (die Makula) angegriffen wird.

Die Makula befindet sich in der Mitte der Netzhaut (Retina) und wird als Stelle des schärfsten Sehens bezeichnet. Sie sorgt entsprechend dafür, dass wir scharf sehen. Obwohl die Makula weniger als fünf Prozent der Netzhautfläche einnimmt, werden wichtige Informationen aus der Umwelt über sie aufgenommen. Dazu gehören das Erkennen von Gesichtern und Gesichtsausdrücken, Lesen, Fernsehen, Autofahren, die Uhrzeit ablesen, die Wahrnehmung feiner Details und das scharfe Sehen in der Ferne. Auf der Makula befindet sich die grösste Dichte an Sinneszellen der gesamten Netzhaut.

Im Verlauf einer Makuladegeneration büssen die Sinneszellen an der Stelle der Makula ihre Funktion ein. Dadurch können Betroffene gerade das, was sie direkt anschauen, nicht mehr erkennen. Im Verlauf der Krankheit kommt es dann zu einem immer stärker fortschreitenden Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld. Nur wenn eine Makuladegeneration rechtzeitig erkannt wird, lassen sich schwere Sehstörungen vermeiden.

Es wird zwischen der trockenen AMD und feuchten AMD unterschieden. Die weitaus häufigste Form der AMD ist die altersbedingte Makuladegeneration. Ausserdem gibt es noch die diabetische Makulaerkrankung, die aufgrund von Diabetes entsteht.

Risikofaktoren

Es gibt beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren für eine Makuladegeneration. Allerdings ist grundsätzlich über die genauen Ursachen und Risikofaktoren noch nicht allzu viel gesichertes Wissen vorhanden.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören das genetische Erbgut, das Alter und der Blutdruck. Wer in der Familie Fälle einer Makuladegeneration hat, wird eher an der Augenkrankheit erkranken als jemand, der nicht genetisch vorbelastet ist. Zusätzlich steigt das Risiko mit dem Alter an. Es gibt jedoch auch Faktoren, die beeinflusst werden können. Rauchen, starkes UV-Licht und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko, eine AMD zu bekommen, erheblich. Daher sollte auf Rauchen und zu viel Sonne verzichtet werden.

Mögliche Symptome

Betroffene bemerken häufig zu Beginn der Erkrankung eine verschwommene Stelle oder einen grauen Schatten in der Mitte des Blickfeldes. Zusätzlich werden zum Beispiel Linien plötzlich verzerrt wahrgenommen. Ein weiteres typisches Symptom für die ADM ist ein merkliches Problem beim Lesen, weil die Buchstaben nicht mehr scharf gestellt werden. Bei einer fortgeschrittenen Makuladegeneration wird von Betroffenen häufig davon berichtet, dass sie Schwierigkeiten haben, Gesichter zu erkennen.

Diagnose

Die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen bei den Augenärztinnen und Augenärzten dienen nicht nur dazu, die Sehschärfe zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren, sondern auch um eventuelle Augenbeschwerden und Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die Ärztinnen und Ärzte klären bei der Anamnese die Krankengeschichte und Symptome ab und führen entsprechende weitere Untersuchungen durch. Besteht der Verdacht auf eine Makuladegeneration, gibt es unterschiedliche diagnostische Verfahren, die Klarheit bringen können.

Bei der Fundusuntersuchung und Fotodokumentation kann mit einer speziellen Augenspiegel und einer Lupe der Augenhintergrund und damit die Netzhaut betrachtet werden. Dadurch können die bei einer AMD häufig vorkommenden Ablagerungen, die sich Drusen nennen, erkannt werden. Die Fluoreszenz-Angiographie dient dazu, die Netzhautgefässe darzustellen und genau zu untersuchen. Mithilfe eines speziellen Farbstoffes und einer Spezialkamera können die Feinstrukturen der Netzhaut besonders gut dargestellt werden. Auf der Grundlage der Bilder kann erkannt werden, wie das Blut durch die Gefässe der Netzhaut fliesst und ob irgendwo Blut oder Blutflüssigkeit austritt.

Mit einem SD-OCT (Spectral-Domain optische Kohärenztomographie) können die Ärztinnen und Ärzte die Strukturen des Augenhintergrunds begutachten und dadurch die einzelnen Schichten der Netzhaut untersuchen. Somit werden frühzeitig Drüsen oder Flüssigkeitsansammlungen in der Makula erkannt, die typische Anzeichen einer AMD sind.

Bei unklaren Auffälligkeiten gibt es viele weitere ergänzende Untersuchungen. Dazu gehören die Gesichtsfeldmessung (Perimetrie), eine Fotografie und eine Retina-Tomografie (HRT), bei der speziell der Sehnervenkopf mittels unschädlichen Laserlichtes dreidimensional vermessen wird.

Behandlung

Die Behandlung hängt von der Art der Makuladegeneration ab. Grundsätzlich kann eine Makuladegeneration nach heutigen Erkenntnissen nicht geheilt, sondern nur teilweise aufgehalten werden. Bei einer feuchten AMD gibt es mehrere Methoden, die teilweise recht erfolgversprechend sind. Die Anti-VEGF-Therapie kommt beispielsweise recht häufig zum Einsatz. Dabei werden Medikamente in den Glaskörper des Auges gespritzt. Da das Auge an der Einstichstelle betäubt wird, ist die Therapie in der Regel schmerzlos. Bei dieser Therapieform gibt es eine recht gute Wahrscheinlichkeit, dass die bereits verlorene Sehschärfe wieder zurückgewonnen werden kann. Die Laserphotokoagulation bietet die Möglichkeit, durch einen thermischen Laser brüchige und undichte Gefässe wieder zu verschliessen. Operationen und chirurgische Behandlungen kommen zum Einsatz, wenn grössere Blutungen unter der Netzhaut vorhanden sind. Dann ist beispielsweise eine Netzhaut-Glaskörperoperation möglich.

Bei der trockenen AMD gibt es keine klassische Therapie, sondern nur die Versorgung mit vergrössernden Sehhilfen. Zusätzlich geht es darum, beeinflussbare Risikofaktoren auszuschalten, also gesund zu leben. Dazu gehört, sich regelmässig zu bewegen, um den Kreislauf, Blutdruck und die Blutfettwerte positiv zu beeinflussen und das Gewicht im Normalbereich zu halten, gesund zu essen und den Alkohol- und Zigarettenkonsum stark zu reduzieren.

Erstellt: 16.07.2021 07:00 Uhr

Paid Post

Dieses Portal bietet sich nicht für eine Selbstdiagnose an. Bei Symptomen kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Die Beiträge werden von der Redaktion von onlineimpact erstellt und nicht von Medizinern. Die Redaktion von Tages-Anzeiger und Tamedia/RX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.