Bluthochdruck Hypertonie

Jeder Mensch leidet mal unter zu hohem Blutdruck wie bei Stress, Anstrengung oder Aufregung, da der Körper die Leistung von Herz und Blutgefässen den aktuellen Umständen und Bedürfnissen anpasst. Auf kurze Sicht ist das ungefährlich, jedoch ist es problematisch, wenn der Bluthochdruck ungewöhnlich stark oder dauerhaft bestehen bleibt.

Hypertonie

Allgemeine Informationen

Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, gilt als eine der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit.

Der Blutdruck ist der Druck, der im Inneren der Blutgefässe herrscht und liegt bei einem gesunden Menschen bei etwa 120/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Die erste Zahl ist der systolische, die zweite der diastolische Blutdruck. Bei keinem Menschen ist der Blutdruck eine stabile Grösse, schwankt im Tagesverlauf und hängt von der körperlichen Aktivität ab. In der Regel ist er im Schlaf niedriger als tagsüber und in Ruhe geringer als bei körperlicher Anstrengung. Bluthochdruck wird anhand der Ursache unterschieden. Bei der primären Hypertonie lässt sich kein organischer Auslöser feststellen, sondern Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil wie Alkohol- und Nikotinkonsum spielen eine Rolle. Im Gegensatz dazu liegt bei der sekundären Hypertonie eine organische Erkrankung vor, die für einen erhöhten Blutdruck sorgt, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Aortenklappeninsuffizienz oder auch chronische Schmerzen.

Blutdruck wird als erhöht eingestuft, sofern der systolische Wert über 140 mmHg oder der diastolische über 90 mmHg liegt. Es gibt verschiedene Schweregrade von Bluthochdruck:

  • leichte Hypertonie: 140-159 / 90-99 mmHg
  • mittelgradig erhöht: 160-179 / 100-109 mmHg
  • schwer: mehr als 180 / mehr als 110 mmHg

 Zusätzlich gibt es die Form der malignen (bösartigen) Hypertonie, die als schwere Form des Bluthochdrucks bezeichnet wird und bei der der diastolische Wert meist enorm erhöht bei über 120 mmHg liegt. Bleibt diese Form unbehandelt, endet sie nach mehreren Jahren tödlich. Grundsätzlich schädigt dauerhaft hoher Blutdruck die Blutgefässe und auch das Herz muss übermässig viel Arbeit leisten. Bessert sich der Bluthochdruck nicht, können Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder eine koronare Herzkrankheit entstehen.

 

Risikofaktoren

Gefährlich wird der Blutdruck dann, wenn er unentdeckt bleibt und über Jahre hinweg Schäden an Organen wie Nieren, Augen oder dem Herzen verursacht. Allgemein steigt das Risiko, unter Bluthochdruck zu leiden, mit jedem Lebensjahr an, da die Elastizität der Gefässwände abnimmt. Zusätzlich spielen die genetische Veranlagung und familiäre Häufung von Bluthochdruck eine Rolle. Es ist nachgewiesen, dass Hochdruck vermehrt auftritt, wenn zum Beispiel die Eltern, Geschwister, eine Tante oder ein Onkel betroffen sind.

Die grössten Risikofaktoren bestehen bei Bluthochdruck in einem ungesunden Lebensstil. Beispiele dafür sind Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress, reichlich Alkohol und Zigaretten. Rauchen ist einer der Haupt-Risikofaktor für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und schädigt die Zellen der Gefässwände und die elastischen Fasern in den Arterienwänden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für Blutdruckerhöhung. Stress sei es Anspannung, Termindruck, Hektik, psychische Belastungen und Ärger wirken sich auf Dauer ebenfalls negativ auf den Blutdruck aus. Zusätzlich begünstigt eine stark salzhaltige Ernährung mit viel tierischen Fetten einen erhöhten Blutdruck. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch kann einen hohen Blutdruck senken. Die Einnahme von Medikamenten wie Ovulationshemmer (die Pille), nichtsteroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac und Kortikosteroide sind ebenfalls Risikofaktoren für Bluthochdruck.

Mögliche Symptome

Bluthochdruck gilt als eine stille Gefahr, denn die Symptome sind oft nicht eindeutig. Es gibt aber Anzeichen, die darauf hinweisen können wie Schwindelgefühl, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Typisch sind dabei Kopfschmerzen, die eher im Hinterkopf sitzen und in der Regel kurz nach dem Aufwachen auftreten. Ein leicht gerötetes Gesicht, Nervosität, Ohrensausen, Müdigkeit/leichte Ermüdbarkeit, Nasenbluten, Kurzatmigkeit und Übelkeit sind ebenfalls mögliche Bluthochdruck-Anzeichen. Diese Anzeichen verstärken sich bei einigen Betroffenen in der kalten Jahreszeit.

Diagnose

Spätestens ab Mitte Dreissig sollte der Blutdruck regelmässig überprüft werden. Liegt eine familiäre Belastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor ist ein regelmässiger Blutdruckcheck schon früher sinnvoll. Werden einmal zu hohe Blutdruckwerte gemessen, heisst das aber nicht, dass wirklich Bluthochdruck vorliegt, daher schliessen sich bei einem Verdacht weitere Untersuchungen an. Das Durchsprechen der Krankengeschichte (Anamnese) und Familienanamnese mit den behandelnden Arztinnen und Ärzten ist dafür ein guter Anfang. Bei einem Verdacht auf Bluthochdruck gibt es unterschiedliche Diagnosemöglichkeiten. Dazu gehören die Kontrolle der bisherigen Blutdruckmessungen (zu Hause, in der Arztpraxis), eine Untersuchung mit Messung des Blutdrucks an beiden Armen, des Blutes und des Urins (Urintest, Mikroalbuminurie). Eine Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG) Langzeit-Blutdruckmessung (ABDM = ambulantes Blutdruck-Monitoring, 24-Stunden-Blutdruckmessung) sind ebenfalls sinnvoll.

Behandlung

Bluthochdruck ist behandelbar, denn es gibt bewährte Medikamente und weitere Therapiemöglichkeiten. Ist eine andere Erkrankung für den Bluthochdruck verantwortlich, wird versucht, zuerst diese zu behandeln. Gelingt das, sollte auch der erhöhte Blutdruck sinken. Patientinnen und Patienten mit hochnormalen Blutdruckwerten (130-139 mmHg/70-79 mmHg, in der Arztpraxis gemessen) und niedrigem Herzkreislaufrisiko erhalten in der Regel keine Medikamente, sondern ihnen werden Massnahmen für einen gesünderen Lebensstil empfohlen. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, regelmässige körperliche Bewegung und Nichtrauchen. Ab einem Bluthochdruck von 140/90 mmHg wird im Allgemeinen zu einer Behandlung mit Medikamenten empfohlen, wenn der Blutdruck auf einen gesünderen Lebensstil nicht ausreichend reagiert. Ab Grad 2 (über 160/100 mmHg) wird grundsätzlich zu einer medikamentösen Behandlung geraten, unabhängig vom Lebensalter. Zur medikamentösen Behandlung des Hochdrucks gibt es unterschiedliche Medikamente, die einzeln oder kombiniert einsetzbar sind. Dazu gehören Diuretika, ACE-Hemmer (Hemmer des sogenannten Renin-Angiotensin-Systems, kurz RAS), AT-1-Rezeptor-Antagonisten (ebenfalls Hemmer des RAS), Kalziumantagonisten, Betarezeptorenblocker und Reservearzneistoffe.

Liegen zusätzliche Herz-Kreislauf-Risikofaktoren vor oder sind bereits hochdruckbedingte Organschäden eingetreten, beispielsweise an den Nieren oder am Herzen, oder besteht eine Herzkranzgefässerkrankung, dann ist umgehend eine umfassendere Behandlung mit Medikamenten notwendig.

Erstellt: 22.06.2021 07:00 Uhr

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