Burnout Totale Erschöpfung

Ein Burnout kann jede und jeden treffen, was für die weite Verbreitung spricht. Sowohl Lehrkräfte, Managerinnen und Manager, Krankenpflegende oder Rentnerinnen und Renter können an einem Burnout leiden. Die Ursachen für ein Burnout sind vielfältig und an der Entstehung sind immer innere (Persönlichkeit) und äussere Faktoren (Umwelt) beteiligt.

Totale Erschöpfung

Allgemeine Informationen

Die Bezeichnung Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet Ausgebranntheit oder totale Erschöpfung. Es meint einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung.

Häufig wird ein Burnout auf Überforderung und Stress im Beruf zurückgeführt, die Ursachen können aber vielfältig sein. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Belastungen. Während manche Menschen schon mässigem Druck kaum gewachsen und bei ihnen wenig ausreicht, um die fatale Burnout-Spirale in Gang zu setzen, kommen andere selbst mit sehr schwierigen Situationen gut zurecht. Aber auch sehr widerstandsfähige Personen sind nicht vor einem Burnout geschützt. Betroffene sollten ein Burnout als Warnsignal des Körpers verstehen, der nach langer Dauerüberlastung streikt. Oft wird der Vergleich mit einem leer gefahrenen Tank oder einem leeren Akku getroffen. 

Betroffene können sich nur schlecht konzentrieren, machen viele Fehler oder verlieren die Energie für ihr Privatleben. Eine einheitliche Definition von Burnout gibt es nicht und die Grenzen zwischen einem Burnout und einer beginnenden Depression sind oft fliessend. Häufig wurde in der Vergangenheit statt Burnout-Syndrom der Begriff Erschöpfungsdepression verwendet.

Risikofaktoren

Die Ursachen für ein Burnout sind vielfältig und an der Entstehung des Burnout-Syndroms sind immer innere (Persönlichkeit) und äussere Faktoren (Umwelt) beteiligt. Grundsätzlich scheint es zwei Typen von Menschen zu geben, die ein erhöhtes Risiko für ein Burnout-Risiko haben. Zum einen sind das Menschen mit einem geringen Selbstbewusstsein, die überempfindlich, eher angepasst, passiv und besonders liebesbedürftig sind. Auf der anderen Seite sind häufige Burnout-Kandidatinnen und -Kandidaten dynamische, sehr zielstrebige Menschen mit viel Ehrgeiz, Idealismus und Engagement. Allgemein hat die Art und Weise, wie man mit Belastungen und mit sich selber umgeht einen starken Einfluss darauf, ob man an einem Burnout leidet. Perfektionistische Einstellungen, eine geringe Kompetenzerwartung, ein sehr ausgeprägtes und eine externale Kontrollüberzeugung erhöhen das Burnoutrisiko.

Innere Risikofaktoren für ein Burnout sind zudem die Abhängigkeit des Selbstbildes von der erfolgreichen Ausübung einer einzigen Rolle, Zweifel am Sinn des eigenen Handelns, unrealistisch hoch gesteckte Ziele, persönliche Schwäche und Hilflosigkeit einzugestehen und Nein zu sagen. Äussere Faktoren, die das Burnout-Risiko erhöhen, sind Arbeitsüberlastung, Mangel an Kontrolle, fehlende Anerkennung, Konflikte zwischen den eigenen Werten und Überzeugungen und den Anforderungen, fehlende soziale Unterstützung im Privatleben und ungelöste Konflikte mit Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Häufig startet ein Burnout-Prozess, wenn sich die Lebenssituation grundsätzlich ändert wie durch den Studienanfang, Berufseinstieg oder Jobwechsel. In solchen Phasen wird das eigene Selbstbild manchmal erschüttert, Erwartungen werden enttäuscht oder gar Lebensvorstellungen zerstört. Anderseits kann auch das Ausbleiben einer erhofften Veränderung zu einer starken Frustration und einem Burnout führen.

Mögliche Symptome

Typischerweise werden verschiedene Symptome wie physische und psychische Erschöpfung, extremer Stress bei der Arbeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Schlafstörungen bei einem Burnout beschrieben. Diese Symptome müssen über einen längeren Zeitraum vorliegen, damit von einem Burnout gesprochen werden kann. Sehr häufig kommt es zu einer langanhaltenden Erschöpfung, Betroffene distanzieren sich immer mehr von den Mitmenschen und wirken reizbar und zynisch.

Oft kommen Schlafstörungen, häufige Erkältungen, Kopfschmerzen, Verspannungen und Schmerzen in der Muskulatur sowie in anderen Teilen des Bewegungssystems wie Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder Gelenkschmerzen dazu. In manchen Fällen wird die Ernährung vernachlässigt, was bedeuten kann, dass übermässig viel, schnell und ungesund oder aber auch zu wenig gegessen wird. Das Risiko für Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten- oder Drogensucht kann sich in dem Zusammenhang ebenfalls erhöhen.

Diagnose

Die erste Voraussetzung für eine Diagnose ist, dass die betroffene Person realisiert, dass es ein Problem gibt und dass es so nicht weitergehen kann. Ein Gespräch mit einer vertrauten Person ist dafür meist sehr hilfreich. Eine ärztliche Untersuchung ist zur Feststellung von medizinischen Ursachen für die vorhandene Erschöpfung und Begleitsymptome unverzichtbar.

Um ein Burnout zu diagnostizieren, führen die Ärztinnen und Ärzte ein Anamnesegespräch durch. Dabei werden körperliche sowie psychische Symptome abgeklärt und über die Lebensumstände wie Job und private Angelegenheiten gesprochen. Um mögliche andere Ursachen für die Beschwerden auszuschliessen werden gegebenenfalls verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Häufig werden Expertinnen und Experten aus den Bereichen Psychotherapie oder klinischen Psychologie eingebunden. Je nach den individuellen Bedürfnissen der Patientin oder des Patienten werden verschiedene therapeutische Massnahmen wie Stressmanagement oder Psychotherapie verabreicht.

Behandlung

Wenn ein Burnout erkannt und ausgesprochen ist, geht es darum, Schritt für Schritt der physischen und psychischen Erschöpfung entgegenzuwirken. Dafür gibt es unterschiedliche Wege, die zur Entspannung und Stressreduktion beitragen. Alles, was als entspannend erlebt wird und einem hilft, wirklich abzuschalten und aufzutanken, hilft auch gegen ein Burnout.

Psychotherapeutische Methoden sind ein wichtiger Baustein, bei denen es darum geht, dass Patientinnen und Patienten in ihrer Entwicklung und bei der Suche nach einer Problemlösung oder Veränderung begleitet werden. Eine Kur oder Rehabilitationsbehandlung, etwa in einer psychosomatischen Klinik, bietet sich ebenfalls in einigen Fällen an, um für einige Wochen Abstand vom Alltag zu nehmen. Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Physiotherapie und Kuranwendungen wie Thermalbäder, Massagen und verschiedene Formen der Bewegungstherapie gehören dabei häufig zum Programm. Im Rahmen einer psychologischen Behandlung wird analysiert, woher der Stress kommt und welche möglichen Anpassungen des sozialen Umfelds bzw. der Arbeitssituation möglich sind, um dem entgegenzuwirken. Zur Unterstützung entspannender und stressreduzierender Massnahmen können Präparate aus Arzneipflanzen wie Ginseng oder Rosenwurz eingesetzt werden, um körperliche Reaktion auf Stress zu unterstützen. Eine ärztliche Verordnung von Antidepressiva ergibt nur dann Sinn, wenn neben der Erschöpfung auch depressive Symptome wie eine anhaltend gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit vorliegen.

 

Erstellt: 28.05.2021 07:00 Uhr

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