Gynakologische Erkrankungen Wenn die Blase zum Problem wird
Ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib: Wer jemals unter einer Blasenentzündung gelitten hat, kennt die unangenehmen Symptome nur allzu gut. Infekte der Harnwege, von denen in den allermeisten Fällen Frauen betroffen sind, können in jedem Alter auftreten. Was steckt dahinter? Fakt ist: Auslöser sind in der Regel die für eine gesunde Darmflora so unverzichtbaren Escherichia-Coli-Bakterien. In rund vier Fünfteln der Fälle werden unkomplizierte Harnwegsinfektionen durch diesen Keim ausgelöst. Aber auch andere Bakterienarten wie Staphylokokken oder Streptokokken können der Grund für eine Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, sein. Doch warum trifft es Frauen viermal so oft wie Männer? Im Gegensatz zum männlichen Geschlecht liegen bei Frauen der Harnröhren- und Darmausgang dicht beieinander. Hinzu kommt, dass die weibliche Harnröhre nur wenige Zentimeter misst, weshalb die Bakterien rasch die benachbarte Blase erreichen können.
Vom Darm in die Blase
Risikofaktoren hierfür sind Harnstau in der Blase, häufiger Geschlechtsverkehr und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, genauso wie ein in der Schwangerschaft veränderter Hormonhaushalt. In der Folge weiten sich die Harnwege, sodass Keime leichter in die Harnröhre und von dort in die Blase gelangen können. Was kann man tun? Um eine leichte Blasenentzündung wieder in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, pro Tag zwei bis drei Liter zu trinken und die Blase so oft wie möglich zu entleeren – der beste Weg, die Keime schnellstmöglich auszuspülen. Ebenso empfiehlt es sich, Nieren- und Blasentees zu trinken. Die zusätzliche Anwendung einer Wärmflasche oder eines Körnerkissens hilft, die Schmerzen zu linden. Bei stärkeren Beschwerden sollten Betroffene in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Eine schnelle Heilung verspricht dann oft nur ein Antibiotikum. Bleibt eine Zystitis unbehandelt, kann die Entzündung über die Harnleiter aufsteigen und sogar die Nieren befallen – mit der Folge einer möglichen Nierenbeckenentzündung respektive bleibender Nierenschäden.
Keime pflanzlich bekämpfen
Problem: Da Wissenschaftler eine Zunahme von Resistenzen der Bakterien gegenüber Antibiotika feststellen – Untersuchungen zufolge ist etwa jeder zweite Stamm der Escherichia-Coli-Bakterien gegen gängige Antibiotika resistent –, rücken Pflanzenstoffe in den Fokus. So wie beispielsweise Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich. In Kombination können sie das Bewegungsvermögen von Erregern hemmen. Zudem wird laut einer im Jahr 2019 vorgestellten Studie der Universität München durch die Einnahme dieser Präparate ein Anheften der Zellen an der Blasenwand unterbunden.
Blasenschwäche weitverbreitet
Für Frauen auch sehr belastend ist eine Harninkontinenz. Allein der Gedanke, ein paar Tröpfchen Urin zu verlieren, ist vielen peinlich – so wie etwa bei der Belastungsinkontinenz. Ursache hierfür ist zumeist eine mangelnde Funktion der Harnröhren- und Beckenbodenmuskulatur, die nicht mehr in der Lage ist, dem plötzlich steigenden Blasendruck standzuhalten. Nach den Wechseljahren ist diese häufigste Form des lästigen Urinverlusts, die vor allem durch Husten oder Sport ausgelöst wird, oftmals auf den Gewebeabbau und sehr dünne Schleimhäute zurückzuführen. Aber auch Übergewicht und Geburten sind häufige Trigger. Um die Beschwerden zu lindern, ist ärztlicher Rat gefragt. Bei vielen die erfolgreichste nicht-operative Therapie ist regelmässiges Beckenbodentraining. Führt an einer OP kein Weg vorbei, gibt es inzwischen mehrere minimal-invasive Verfahren – mit dem Ziel, Leidgeplagten wieder mehr Lebensqualität zu schenken
Erstellt: 26.09.2022 07:00 Uhr
Paid Post
Dieses Portal bietet sich nicht für eine Selbstdiagnose an. Bei Symptomen kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Die Beiträge werden von der Redaktion von Xmediasolutions erstellt und nicht von Medizinern. Die Redaktion von Tages-Anzeiger und Tamedia/RX Group haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte.