Herz & Rhythmus Zentrum AG - Swiss Ablation Prof. Dr. med. Sacha P. Salzberg

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt. Von dieser supraventrikulären Rhythmusstörung ist rund 1 Prozent der Bevölkerung betroffen. Zur Behandlung von schweren Symptomen und zur Vorbeugung der Herzmuskelschwäche werden Medikamente eingesetzt. Wenn diese nicht helfen oder anstelle Dessen, kann eine Ablation in Betracht gezogen werden. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, um Vorhofflimmern in den Griff zu bekommen.

Die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern erfolgt entweder medikamentös oder invasiv über eine Katheterablation oder eine Operation. Vielen sympto­matischen Patienten wird die elektrophysiologische Katheterablation als effektivste rhythmusstabilisierende Therapie-Option empfohlen. Somit ist – je nach Situa­tion – eine invasive Strategie eventuell schon vor der Ein­nahme von Rhythmus- Medikamenten möglich, wenn sie in einem erfahrenen Ablationszentrum angeboten wird. Generell zeigen alle Studien, dass die Katheterabla­tion effektiver als die medikamentöse Rezidivprophylaxe in der rhythmusstabilisierenden Therapie von VHF ist.

Operationen

Katheterablation

Der Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchge­führt. Mit einem Katheter, der über die Leiste ins Herz vorgeschoben wird, kann ein «3D-Mapping» – eine elektronische Landkarte – aus dem Herzinnern live (am schlagenden Herz) gewonnen werden. Mit diesem prä­zisen Bild der Herzrhythmusstörung kann im Herzin­neren gezielt das verantwortliche Gewebe verödet wer­den, so dass die Herzrhythmusstörung terminiert wird. Dieser Eingriff wird «Lungenvenenisolation» genannt und ist der Grundbaustein der Vorhofflimmer Ablation.

Durch eine Verödung des Gewebes mit ganz gezielter Narbenbildung werden elektrische Impulse (Extraschlä­ge aus den Lungenvenen) daran gehindert, in den Vor­hof zu gelangen und dort Vorhofflimmern zu «zünden». Dies kann durch Hitze oder Kälte erreicht werden. Die Hitze wird mit Radiofrequenz-Strom erreicht, dabei wird das Gewebe durch die Denaturierung von Zell­protein verödet. Den gleichen Effekt erzielt man durch umschriebene Vereisung des Gewebes. Mit dem ent­stehenden «Kältebrand» wird ebenfalls eine reizblockie­rende Narbe geschaffen.

Der grosse Vorteil dieses Eingriffs, der unter lokaler Be­täubung im Dämmerschlaf stattfindet (Narkose, wenn gewünscht), ist die Möglichkeit, die Herz-Strombahnen zu messen und Erregungsabläufe besser zu verstehen. Dabei wird das Herz über eine Punktion in der Leiste erreicht. Anschliessend wird die Ablationstherapie ge­startet und am Ende das Resultat kontrolliert. In be­stimmten Fällen, und um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen, können mehrere Eingriffe notwendig sein.

Chrirugische Ablation

Bei hartnäckigen Fällen lässt sich auf eine einzigartige Methode zurückgreifen. Die chirurgische Ablation, auch thorakoskopische Ablation genannt, ist eine mini­mal-invasive Operation. Sie wird durch Herzchirurgen unter Vollnarkose durchgeführt. Durch kleine Schnitte an der Brustwand werden Kamera und Instrumente eingeführt, um dann am Herzen dieselben Verödungen durchzuführen wie bei der Katheter-Ablation, d.h. eine Lungenvenenisolation mit bipolarem Strom (Verödung) von aussen wird auf der Herzoberfläche durchgeführt.

Die Ablationslinien, d.h. das verödete Gewebe auf der Herzoberfläche, bilden die Narben, welche das Herz von den Fehlzündungen in den Lungenvenen isoliert. Diese Verödungen entstehen durch Verabreichung von Radio­frequenz Energie auf der Herzoberfläche mit unseren Instrumenten. Am Ende des Eingriffs entsteht die Lun­genvenen Isolation. Diese muss dauerhaft sein, um ein gutes Resultat zu gewährleisten.

Zusätzlich wird das linke Herzohr entfernt, was den grossen Vorteil hat, dass nach dem Eingriff kein Blut­verdünner mehr notwendig ist. Der Eingriff dauert in der Regel 90 Minuten und ist sehr erfolgreich. Nach dem Eingriff bleiben Patienten drei bis fünf Tage in der Klinik. Eine Rehabilitation ist nicht notwendig.

Einblick in die Elektrophysiologie Suite. An diesem Arbeitsplatz kann der Elektrophysiologe über die Leiste Katheter ins Herzinnere schieben und von dort die Strombahnen 3D ausmessen (Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) und Mapping) und dann auch die

Der Hybrid Ansatz

Die Zusammenarbeit von Elektrophysiologen (Kardio­logen mit einem Schwerpunkt in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen) und Herzchirurgen speziali­siert auf Rhythmuschirurgie offeriert eine signifikante Erweiterung des Behandlungsspektrums insbesondere für Patienten mit komplexem Vorhofflimmern. Diese neue und innovative Zusammenarbeit wird «HeartTe­am» genant und basiert auf einem therapeutischen Hyb­ridansatz. Auf Wikipedia findet man zum Wort Hybrid folgendes: «aus Verschiedenartigem zusammengesetzt, von zweierlei Herkunft; gemischt; zwitterhaft»

In der Tat, «hybrid» beinhaltet die Kombination ver­schiedener Techniken und Gedankenansätze. In der klinischen Situation von Patienten mit komplexem Formen von Vorhofflimmern kombiniert der Hybrid­gedanke das Beste aus Herzchirurgie und Kardiologie.

Im Herz und Rhythmus Zentrum besteht dies aus bis zu zwei Eingriffen. Ob zuerst chirurgisch oder nicht-chi­rurgisch interveniert wird, hängt von der individuellen Situation ab. Oft sind die ursprünglich geplanten zwei­ten Eingriffe nicht mehr nötig.

Der Chirurg führt eine Operation aus, welche sich streng an anatomischen Strukturen ausrichtet. Er versucht die störenden Impulse, welche das Vorhofflimmern im lin­ken Vorhof auslösen, durch spezielle Blockaden in den Lungenvenen zu isolieren. Dies geschieht mittels geziel­ter Verödung auf dem linken Vorhof. Zusätzlich kann durch das Abtrennen des Vorhofohrs in der gleichen Prozedur die wichtigste Quelle für Blutgerinnsel, die zum Schlaganfall führen können, effektiv und gefahrlos ausgeschaltet werden.

Beide Massnahmen sind Grundbausteine der Vorhof­flimmer-Therapie und führen in bis zu 90 Prozent zur Freiheit von Vorhofflimmern nach einem Jahr, und der Möglichkeit den Blutverdünner abzusetzen.

Der Kardiologe, d.h. der Elektrophysiologe insbesonde­re, wird in den seltenen Fällen wo eine Herzrhythmus­störung nach einem rhythmuschirurgischen Eingriff erneut auftritt, mit dem Katheter im Herzinneren die Situation neu analysieren (mit einem 3D-Mapping) und ggf. mit einer umschriebenen Energieabgabe «nachbehandeln» .

Neueste Studien zeigen, dass die Kombination beider Verfahren die Ergebnisse bei der interventionellen Be­handlung von Vorhofflimmern deutlich verbessert kann.

Das Hybrid-Verfahren ist besonders geeignet für Pa­tienten mit bereits seit Langem bestehenden Vorhof­flimmern, deutlich vergrössertem linken Vorhof und mehrfacher erfolgloser Katheterbehandlung.

Im Operationsaal. Die beiden Herzchrirugen operieren minimal invasiv auf der Herzoberfläche. Dies ist ein sicheres Vorgehen welches im eingespielten Team – welches diese Eingriffe seit 2008 in Zürich gemeinsam durchführt – sehr gute Resultate für Patiente

Zusammenfassung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Hybrid- Eingriff zu durchzuführen. Das Herz & Rhythmus Zentrum verficht das sogenannte «Staged Hybrid»- Concept. Das bedeutet, dass elektrophysiologische und rhythmuschirurgische Interventionen zeitlich getrennt und nur bei Bedarf durchgeführt werden. Das führt zu einer Vermeidung überflüssiger Ablationen und erhöht damit auch langfristig die Sicherheit für den Patienten, ohne die Effektivität dieses Konzepts zu vermindern. Im Mittelpunkt steht dabei, den Patienten so effektiv wie nötig und so schonend wie möglich zu behandeln.

Prof. Dr. med. Sacha P. Salzberg vom Facharzt Herz und Thorakale Gefässchirurgie Chirurgische Elektrophysiologie ist Ihr Spezialist für folgende Krankheiten

Erstellt: 29.10.2021 07:00 Uhr

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